Allgemeine Informationen zur GT

Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie

1. Allgemeine Information


Gruppenpsychotherapie hat sich als differenziertes und wirkungsvolles therapeutisches Verfahren erwiesen, das in der stationären Psychotherapie in Psychotherapeutisch-psychosomatischen Fachkliniken, Psychiatrischen Kliniken und psychotherapeutischen Rehabilitationskliniken in verschiedenen Anwendungsformen das zentrale therapeutische Instrument geworden ist. In den ambulanten Praxen von niedergelassenen Psychotherapeuten wird Gruppenpsychotherapie ebenfalls als höchst wirksames und für die Kassen kostengünstiges Verfahren angewandt, das allerdings über mehr als ein Jahrzehnt weniger eingesetzt wurde, was wahrscheinlich hauptsächlich auf die in der Vergangenheit schlechte Kassenhonorierung dieses Verfahrens zurückzuführen ist. Mit der neuen Gebührenordnung (EBM 2000 plus) ist Gruppenpsychotherapie im ambulanten Bereich auch finanziell wieder attraktiver geworden.

 

Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie haben sich aus der Psychoanalyse in Verbindung mit der Sozialpsychologie von Gruppen und der Gruppendynamik entwickelt. In analytischen und tiefenpsychologischen therapeutischen Gruppen werden die sozialen Erscheinungsformen intrapsychischer Verhältnisse untersucht und therapiert. In keiner anderen Therapieform als der Gruppenpsychotherapie können intrapsychische Konflikte und ihre häufigen sozialen Auswirkungen in zwischenmenschlichen Beziehungen so überzeugend transparent gemacht und gleichzeitig behandelt werden.

 

Nach den bisher vorliegenden Forschungsergebnissen ist Gruppenpsychotherapie zur Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen und Störungen im Wesentlichen gleich wirksam wie Einzelpsychotherapie. Allerdings sollte jeweils entschieden werden, mit welchem Verfahren einem bestimmten Menschen mit seiner Problematik und seiner individuellen Lebensgeschichte am besten geholfen werden kann. Diese Indikationsstellung sollte von gut ausgebildeten Psychotherapeuten vorgenommen werden. Patienten können sich bei den regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen und noch genauer bei den psychotherapeutischen Dachverbänden (für die Psychoanalyse sind dies die DGPT, DPG, DPV, DGAP und DGIP) erkundigen, ob ihr Psychotherapeut eine qualifizierte Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren absolviert hat.

 

Die Kosten für analytische und tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie bei dafür ausgebildeten Psychotherapeuten werden von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. In der kassenärztlichen Versorgung wird Gruppenpsychotherapie mit psychoanalytisch begründeten Verfahren in Kleingruppen von 6 bis 9 Gruppenteilnehmern durchgeführt.