Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus. Wir respektieren Ihre Privatsphäre. Lesen Sie auch unsere Datenschutzerklärung.

Eine Erfolgsgeschichte

Werner Bohleber wurde  am 28. Oktober 2017 in den Räumen des Sigmund Freud Instituts  in Frankfurt für seine 20-jährige Herausgeberschaft der „Psyche“ geehrt und gefeiert. Er gibt diese Aufgabe an einen Kreis von Kollegen weiter. Sie liegt nun bei den bisherigen Mitherausgebern Uschi Kreuzer-Haustein und Rolf-Peter Warsitz und den schon seit einem Jahr mitarbeitenden Susanne Döll-Hentschker, Vera King, Johannes Picht und Herbert Will. Die leitende Verantwortung übernimmt Johannes Picht. Die „Psyche“ ist die größte und einflussreichste psychoanalytische Zeitschrift im deutschsprachigen Raum. Sie war übrigens bereits 1947 gegründet worden, sodass dieses Symposiums auch Anlass war, auf die wechselvolle Geschichte der nun 70-jährigen Zeitschrift zurückzublicken. 

Das Symposium zu Ehren Werner Bohlebers hatte viele Kolleginnen und Kollegen, Tom Kraushaar, einer der Geschäftsführer des Verlags Klett-Cotta,  mehrere verantwortliche Lektoren, Thomas Kleffner, den Leiter der Zeitschriften des Verlags  sowie den alten Weggefährten Bernd Schwibs zusammengeführt, der die Zeitschrift 16 Jahre als verantwortlicher Redakteur mitgestaltet hat.

Das Symposium stand unter dem kontrovers und nachdenklich diskutierten Thema „Psychoanalyse im öffentlichen Diskurs“ und widmete sich unter anderem dem Thema Pluralismus in der psychoanalytischen Ideenwelt - einerseits als Befreiung vom Anspruch auf „Wahrheit“ gewürdigt, andererseits beklagt als Verlust einer Debattenkultur und der Trennschärfe diskursiver Auseinandersetzungen.

Zu Ehren Werner Bohlebers sprachen Joel Whitebook aus New York, Udo Hock, Elfriede Löchel, Wolfgang Mertens, Ralf Zwiebel, Rolf-Peter Warsitz und Bernd Schwibs, der in seinem Vortrag einen kenntnisreichen Blick auf die Geschichte der Zeitschrift warf. 

Werner Bohleber kannte wie kein zweiter im deutschsprachigen Raum alles, was in den letzten Jahrzehnten über Psychoanalyse, ihre Anwendungen, ihre Kulturtheorie und ihr Verhältnis zu den Nachbarwissenschaften geschrieben worden ist. Er hat alle Arbeiten selbst gelesen, die der „Psyche“ geschickt wurden. Mit seinem umfangreichen Wissen und mit seinem Interesse für Konzeptforschung hat er in den Arbeitsgruppen der IPV maßgebend mitgewirkt,  Übereinkünfte in der verwirrenden Vielfalt analytischer Konzepte und Begriffe zu finden. So gaben auch seine Editorials  in den Themenheften der »Psyche« fundierte Überblicke über den Stand der psychoanalytischen Diskussion, wie sie nur wenigen möglich sind.

Am Ende der Veranstaltung wendete sich die Feierrunde den Sorgen zu, die durch desintegrierende Regressionsprozesse ganzer nationaler Gesellschaften geweckt werden, angesichts einer enormen Beschleunigung von Veränderungen technischer, kultureller und sozialer Art, unter dem Druck der Globalisierung. - Die »Psyche« bietet ein Forum für unser gemeinsames Nachdenken. 

Ingo Focke, Stuttgart