27. kasuistisch-technische Konferenz

Kasuistisch-technische Konferenz der DPG in London vom 16. bis 18. Juni 2017

Die Teilnehmer der englischsprachigen Kasuistisch-technische Konferenz in London konnten in diesem Jahr zusammen mit den britischen Kollegen und Kolleginnen den 20. Geburtstag dieser interessanten jährlichen Veranstaltung feiern – mit einigen Neuerungen.

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Tobias Brocher

Zum 100. Geburtstag von Tobias Brocher

Am 21. April 2017 wäre Tobias Brocher 100 Jahre alt geworden. Er war einer der Pioniere der Psychoanalyse nach 1945 in Deutschland, Mitglied der „Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung“ und Ehrenmitglied unserer Gesellschaft.

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Bericht EPCUS

EPCUS

Heribert Blass, Düsseldorf, Vizepräsident der EPF (Europäische Psychoanalytische Föderation) sowie Mitgründer- und Organisator der ersten Psychoanalytischen Konferenz für Universitätsstudenten (EPCUS) im EPF Haus, Rue Gerard 35, Brüssel, Belgien, schreibt:

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26. kasuistisch-technische Konferenz

26. kasuistisch-technische Konferenz mit Anne-Marie Sandler in Potsdam vom 11.–13. November 2016

Die letzte kasuistisch-technische Konferenz mit Anne-Marie Sandler nach 26 Jahren und nach 5 Jahren mit ihr und Eva Schmid-Gloor war sehr bewegend und erfüllend. 

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DIPSAT 2016 in Wien zu Ende gegangen

Mit einem Beitrag von Sarit Kreutzer, eine Kandidatin der DPG, über ihre erste DIPSAT-Tagung und einem Bericht von Klaus Grabska.

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Herbstakademie 2016 zu Ende

Bericht von der Herbstakademie in Hamburg:

Auch wenn im Titel der 5. Psychoanalytischen Herbstakademie, die nach fünf intensiven Tagen am 30.09.2016 zu Ende ging, vom Schlaf der Vernunft die Rede war, so war wenig von Schlaf zu spüren. Stattdessen führten die spannenden Vorträge, dichten Arbeitsgruppen und das Beisammensein in den Mittagspausen, an denen man mit den Vortragenden und auch untereinander in persönlichen Kontakt kommen konnte, zu einem äußerst anregenden, vielfältigen und anspruchsvollen Gruppenprozess unter allen Teilnehmenden. Wieder waren es viele junge Menschen, Studierende, Ausbildungsteilnehmer auch Schülerinnen und Schüler, die sich vom Angebot der Herbstakademie angesprochen fühlten. Aber auch analytisch arbeitende Psychotherapeuten und Kollegen oder einfach an der Psychoanalyse interessierte Menschen nahmen teil. So hatte die Herbstakademie wieder etwas Intergenerationelles. Die analytische Vernunft schlief nicht! Stattdessen wurde intensiv zugehört, lebendig diskutiert und analytisch nachgedacht. Auch wenn die Thematiken von Krieg, Schuld, Gewalt, Perversion, Straftätern immer wieder die Ungeheuer und Dämonen in unseren Seelen thematisch aufleben ließ, mit denen schon Goya künstlerisch zu kämpfen hatte, so war der Austausch darüber lebendig und oft auch sehr persönlich. Immer wieder wurde deutlich, dass Psychoanalyse ohne Einbezug des Persönlichen nicht als Wissenschaft vom Seelischen funktionieren kann.

Nachdem die Herbstakademie 4 Jahre in Hamburg ein seitens des Hamburger DPG-Instituts wiederholt gut organisiertes Zuhause gefunden hat, wird sie umziehen und weiterwandern. Die 6. Psychoanalytische Herbst-akademie wird vom 04. – 07. Oktober 2017 in Heidelberg stattfinden und dort sicherlich eine vergleichbar gute Heimat finden, die ein weiteres Gelingen der Herbstakademie möglich machen wird. So manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Herbstakademie werden sich auch dort wieder treffen, persönlich begegnen und sich über die Psychoanalyse und ihre Möglichkeiten austauschen.

Klaus Grabska

Lesen Sie auch einige Vorträge der Tagung.

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19. kasuistisch-technische Konferenz in London

 

(17. bis 19. Juni 2016)

„All  (five) places are laid out?“, fragt Miss Sophie ihren Butler James zu Beginn ihres „Dinner for one“. Beim unserem Dinner am Samstagabend im „Holly Bush“ waren alle 45 Plätze vergeben. Dicht gedrängt saßen die Teilnehmer der kasuistisch-technischen Konferenz beim gemeinsamen Abendessen, das – eine schöne Tradition -  jedes Jahr an einem ungewöhnlichen Ort stattfindet. „Holly Bush“ ist einer der ältesten Pubs  in London-Hampstead – und dort gibt es auch eine „Freud’s Bar“ als Outreach-Aktivität!

Auf Freitag, Samstag und Sonntag verteilt wurden insgesamt sieben Fälle diskutiert, vier unserer Mitglieder Jad Jiko (Berlin), Thomas Reitter (Heidelberg), Cornelie von Essen (Berlin) und Andreas Gregor (Berlin), und drei unserer britischen Kollegen Irma Brenman Pick, Rosine Perelberg und Don Campbell. Vic Sedlak, der als vierter britischer Kollege für die Konferenz gewonnen werden konnte, konzentrierte sich zusammen mit der Gruppe ganz auf die Fallvorstellung von Andreas Gregor, wobei der Zeitrahmen von 3 Stunden eine besonders intensive Arbeit ermöglichte. So unterschiedlich die vorgestellten Behandlungen auch waren, die destruktive Abwehr von Bedürftigkeit war eins der zentralen Themen. Die Diskussion der Behandlungstechniken konzentrierte sich auf den Umgang mit projektiven Mechanismen, auf tief verwurzelte Identifikationen mit einem defizitären Objekt und auf die Schwierigkeit, aus psychoanalytischen Sackgassen herauszufinden, die vom Wiederholungszwang bestimmt werden, in denen der Patient aus unbewusster Angst Veränderungen bekämpft. 

Die 20. Kasuistisch-technische Konferenz in London wird vom 17. bis zum 19. Juni 2017 stattfinden. Alle Mitglieder sind schon jetzt herzlich dazu eingeladen!

Irene Bozetti

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BENEDETTI-KANDIDATEN-PREIS DER DPG

Marco Conci, Frank Dirkopf (Berlin), Alexander Frohn (Freiburg i. Br.)

 

Zum ersten Mal wurde der BENEDETTI-KANDIDATEN-PREIS DER DPG während unserer Jahrestagung 2016 in Stuttgart verliehen. 

Dr. Conci stellte zunächst den von ihm selbst mit 1000 € dotierten Preis vor, der Vorsitzende der DPG Dr. Ingo Focke verlieh anschließend den Preis an zwei Kandidaten - Frank Dirkopf (Berlin) und Alexander Frohn (Freiburg i. Br.) -, die sich den Preis teilen. 

Sinn dieses Preises sei, so Marco Conci, die Erinnerung an Gaetano BENEDETTI (1920-2013), wachzuhalten, der auch Lehranalytiker und Ehrenmiglied der DPG war. Gaetano Benedetti sei ein Brückenbauer zwischen Italien und dem deutschsprachigen Raum und vielen Kollegen als Pionier der Psychotherapie der Schizophrenie sowie als Autor des Meisterwerkes Todeslanschaften der Seele (1982) bekannt .

Am folgenden Nachmittag fand unter der Leitung von Marco Conci ein Panel statt, an dem Karla Hoven-Buchholz, Elke Horn und Herbert Will als Mitglieder der Preisjury teilnahmen und auf dem die zwei Preisträger ihre Arbeiten vorstellten. 

In seinem Vortrag, “Freud und das Vaterland im Ersten Weltkrieg”, griff Frank Dirkopf das Tagungsthema “Heimatlos” insofern auf, als er nicht nur Freuds Beziehung zu seinem Vaterland Österreich beschrieb, sondern auch dessen tiefere Verbindung zu seiner jüdischen “Heimat”, vor allem zu  der jüdischen Loge B’nai B’rith, dessen Mitglied er war. Anhand von Freuds berühmter Arbeit “Zeitgemässes über Krieg und Tod” gelingt es Frank Dirkopf, in einer historischen Rekonstruktion den Unterschied zwischen Vaterland und Heimat gut zu begründen.

In seinem Vortrag “Risse in Beziehungen. Psychoanalytische Psychotherapie mit Migranten der zweiten Generation”, stellte Alexander Frohn eine Auswahl der Fachliteratur über dieses Thema dar, bevor er von einer eigenen Behandlung mit einer Migrantin berichtete. Er machte deutlich, auf welche Weise sich die Patientin im Verlauf der Behandlung ein verlässlicheres Zuhause aufbauen und ihre Heimatlosigkeit und Zerrissenheit zwischen zwei Ländern besser bewältigen konnte. Dabei wies er auf Parallelen bei den Migranten der zweiten Generation hin, die als von den Eltern abhängige Kinder eine transnationale Kindheit durchlebten, ohne damit ein bewusstes Ziel zu verbinden. 

Als Stifter des Preises rege ich alle KandidatInnen an, mir einen Text über das Thema der nächsten Jahrsetagung in Nürberg 2017 - ZwischenWelten, das Psychische und die Welt im Wandel - bis zum 1. März 2017 zu schicken. Zu diesem Thema werden die KandidatInnen in den nächsten Wochen noch einen Brief bekommen.

Dr. med. Marco Conci, München –
marcoconci@aol.com

Die Ausschreibungsbedingungen können Sie auch auf der Homepage der DPG unter Ausbildung nachlesen.

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Gespräch mit Ingo Focke

Lesung mit Feridun Zaimoglu

Der Autor Feridun Zaimoglu las zur Eröffnung der DPG-Tagung aus seinem neuesten Buch „Siebentürmeviertel“, außerdem eine autobiographisch gefärbte Erzählung mit dem Titel „Ich, Kultur,Kultur-Ich“ (der er mittlerweile den Titel „Der Mongole“ gegeben hat).
Hauptfigur im Roman ist der kleine Wolf, ein sechsjähriger, mit seinem Vater vor Hitler geflohener kleiner Junge. Jetzt lebt er im Siebentürmeviertel in Istanbul , mitten unter Flüchtlingen vom Balkan, Vertriebenen aus dem Kaukasus, unter Kurden ,Griechen und Juden und er muss sich in einer oft sehr archaischen, mit Gewalt und Aberglauben gesättigten Welt zurechtfinden.
Ganz andere Bedingungen findet der etwa zehnjährige Protagonist in der Erzählung „Der Mongole“ vor: ein Junge aus einer türkischen Familie in einer deutschen Schule entdeckt  auf eine ganz eigene, von rauschhaftem Erfahrungshunger und großer Sprachentdeckungslust geprägte Art die Welt von Literatur und Kunst für sich.
Feridun Zaimoglu las seine assoziativ locker gewobenen Texte in kongenialer Form, intensiv, dicht, fast wie eine Art Sprechgesang, wie ein Zuhörer nach der begeistert aufgenommenen Lesung formulierte.
 
Wir freuen uns, dass Feridun Zaimoglu uns den Text „Der Mongole“ zur Veröffentlichung auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt hat.
 
Sybille von Bremen, Tübingen
 
 
Der Mongole
An einem heißen Sommervormittag neunzehnvierundsiebzig flog mir eine Fruchtfliege ins Auge und starb im Tränenwasser.  Weiterlesen....