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Aufgaben der DPG

I
Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) ist eine psychoanalytische Fachgesellschaft. Sie fördert die Pflege, Weiterentwicklung und Verbreitung der von Sigmund Freud begründeten psychoanalytischen Wissenschaft in Forschung, Lehre, Therapie und allen anderen Anwendungen.

Sie unterstützt ihre Mitglieder darin, ihre psychoanalytische Haltung und Kompetenz zu bewahren und weiter zu entwickeln. Zu den wichtigen Aufgaben der Gesellschaft gehört es, professionelle psychoanalytische Standards zu schaffen und deren Verwirklichung in Theorie und Praxis zu sichern.

Die Psychoanalyse beschäftigt sich mit den bewussten und unbewussten Dimensionen seelischen Erlebens. Sie ist

  1. ein Verfahren zur Untersuchung seelischer Vorgänge;
  2. eine Behandlungsmethode, die dem Patienten im Rahmen der analytischen Beziehung auf der Grundlage der Übertragung hilft, unbewusst gewordene Lebensgeschichte anzuerkennen und sich anzueignen sowie kreative Wege für die persönliche Entwicklung zu suchen;
  3. ein Korpus theoretischen Wissens über die psychische und psychosomatische Entwicklung, über das seelische Leben des Menschen und die Art und Weise, wie Menschen ihr Leben in symbolischen, sozialen und materiellen Welten gestalten.

Die Mitglieder der Gesellschaft arbeiten in verschiedenen professionellen Zusammenhängen und mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten:

  • Sie arbeiten in der psychoanalytischen Praxis in verschiedenen Behandlungssettings und darauf abgestimmten Behandlungstechniken, sie fördern die Entwicklung klinisch-psychoanalytischen Erklärungs- und Veränderungswissens und entwickeln damit die psychoanalytische Behandlungstechnik fort.
  • Sie tragen wesentlich zur psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgung der Bevölkerung bei und erweitern mit der ambulanten und stationären Arbeit im Rahmen therapeutischer und psycho-sozialer Institutionen den Anwendungsbereich der Psychoanalyse.
  • Sie vertreten den kulturkritischen Ansatz der Psychoanalyse und fördern so das Verständnis der unbewussten, auch auf Affekte und Triebkräfte beruhenden Dynamik gesellschaftlicher Phänomene und Entwicklungen.
  • Sie arbeiten im Rahmen universitärer Forschung und Lehre an der wissenschaftlichen Begründung und Weiterentwicklung der Psychoanalyse und führen den Dialog mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen.
  • Sie tragen zur Information über die Psychoanalyse in der Öffentlichkeit bei und fördern die Verbreitung psychoanalytischer Erkenntnisse in den gesellschaftlichen Praxisfeldern.

II
Die Gesellschaft sorgt dafür, dass deren Mitglieder umfassend über die Psychoanalyse und ihre Weiterentwicklungen informiert werden. Zu diesem Zweck stellt die DPG vielfältige Foren für den Austausch neuer psychoanalytischer Ideen und Entdeckungen in den Bereichen Praxis, Theorie, Ausbildung und Forschung bereit. Sie veranstaltet regelmäßig öffentliche wissenschaftliche Jahrestagungen, kasuistisch-technische Konferenzen und interne Fachtagungen über Themen aus verschiedenen Bereichen der Psychoanalyse und deren Anwendungen. Die regionalen Arbeitsgruppen der Gesellschaft halten darüber hinaus regelmäßig eigene wissenschaftliche Sitzungen ab.

III
Die Mitglieder der Gesellschaft organisieren die psychoanalytische Ausbildung (vornehmlich für Ärzte und Psychologen) an den regionalen Instituten der DPG nach den Ausbildungsrichtlinien der Gesellschaft. Die Ausbildung umfasst eine persönliche Analyse (Lehranalyse), theoretische Vorlesungen und Seminare und psychoanalytische Behandlungen von Patienten unter Supervision. Lehranalyse und Supervision führen Lehranalytiker der DPG durch. Die Ausbildung ist berufsbegleitend und dauert mindestens fünf Jahre. Ziel der Ausbildung ist die Entwicklung psychoanalytischer Kompetenz und die Förderung einer psychoanalytischen Identität. Psychoanalytische Kompetenz erfordert die intellektuelle und emotionale Bereitschaft, die Komplexität der menschlichen Seele, ihrer Konflikte und die daraus resultierenden Leiden zu verstehen. Wesentlich sind dafür wissenschaftliche Neugier, ein Verpflichtungsgefühl für das Wohl der Patienten, der Wunsch, ein umfassendes Verständnis des Korpus psychoanalytischen Wissens zu erwerben sowie die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung, zu regelmäßiger Supervision und Beratung mit Kollegen.

Die Gesellschaft trägt dafür Sorge, dass die hohen Standards für die psychoanalytische Ausbildung (DPG und DPG/IPV) kontinuierlich überprüft und fortentwickelt werden und unterstützt die regionalen Ausbildungsinstitute. Die psychoanalytische Ausbildung führt zur Mitgliedschaft in der DPG. Die Ausbildung nach IPA-Standards in der DPG ermöglicht die Mitgliedschaft in der IPA.

IV
Die Gesellschaft verpflichtet ihre Mitglieder und Ausbildungsinstitute, in ihrer Arbeit professionelle Regeln und ethische Standards einzuhalten.