Archiv der DPG-Jahrestagungen

Zwischen Sehnsucht und Angst - Regressive Bewegungen im analytischen Feld
Jahrestagung 2020 in Marburg, Programm der DPG-Jahrestagung 2020 (wegen Corona ausgefallen). Text zur Absage der Jahrestagung 2020.

Tatort Körper - Der Leib in der Psychoanalyse
Jahrestagung 2019 in Frankfurt, Programm der DPG-Jahrestagung 2019

Wenn Zeit nicht alle Wunden heilt ... Trauma und Transformation
Jahrestagung 2018 in Hamburg - Programm der DPG-Jahrestagung 2018

Zwischen Welten - Jahrestagung 2017 in Nürnberg
Programm der DPG-Jahrestagung 2017 in Nürnberg

Heimatlos – Jahrestagung 2016 in Stuttgart
Programm der DPG-Jahrestagung 2016 in Stuttgart

Begehren – bewundern – beneiden. Objektbeziehungen zwischen Sehnsucht und Zerstörung
Programm der DPG-Jahrestagung 2015 in Berlin

Erregter Stillstand: Zwischen Wahn und Wirklichkeit
Programm der DPG-Jahrestagung 2014 in Düsseldorf

Unerhört: Vom Hören zum Verstehen
Programm der DPG-Jahrestagung 2013 in Bremen

Konfliktwelten: Über die Schwierigkeit mit Neuem in der Psychoanalyse
Programm der DPG-Jahrestagung 2012 in Berlin

Die phantastische Macht des Geldes: Ökonomische Strukturen und psychoanalytisches Handeln
Programm der DPG-Jahrestagung 2011 in Hannover

Vor der Deutung: Sinnliches Körperliches Sprachloses in der Psychoanalyse
Programm der DPG-Jahrestagung 2010 in Berlin

Äussere und innere Realität
Programm der DPG-Jahrestagung 2009 in Magdeburg

Psychoanalyse im Zeichen der Globalisierung
Programm der DPG-Jahrestagung 2008 in München

Über die (Un)Möglichkeit zu trauern
Programm der DPG-Jahrestagung 2007 in Stuttgart

Zumutungen - Die unheimliche Wirklichkeit der Übertragung
Programm der DPG-Jahrestagung 2006 in Hamburg

"Wenn jemand spricht wird es hell..." – Liebe und Sexualität in der Psychoanalyse
Programm der DPG-Jahrestagung 2005 in Saarbrücken

Das Ende des Ödipus: Entwertung und Idealisierung ödipaler Konzepte in der Psychoanalyse heute
Programm der DPG-Jahrestagung 2004 in Kassel

Inszenierungen des Unmöglichen: Zur Theorie und Klinik schwerer Persönlichkeitsstörungen
Programm der DPG-Jahrestagung 2003 in Frankfurt

DPG-Jahrestagung 2020

Hamburg, den 23.03.2020

Liebe Mitglieder,
liebe Kandidatinnen, liebe Kandidaten, 
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Vorstand der DPG hat beschlossen, die Jahrestagung "Zwischen Sehnsucht und Angst - Regressive Bewegungen im analytischen Feld", die vom 30. April bis 03. Mai 2020 in Marburg hätte stattfinden sollen, sowie die Mitgliederversammlung am 01. Mai 2020 und alle Gremiensitzungen der DPG im Rahmen der Jahrestagung abzusagen.

Die Corona-Virus-Pandemie lässt uns keine andere Wahl.

Viele werden geahnt haben, dass es zu einer Absage der Jahrestagung kommen wird. Aber es ist doch ein Einschnitt, wenn es dann entschieden ist. So viele Menschen haben sich auf diese Tagung eingestellt, haben dafür gearbeitet, wollten sich anregen lassen, wollten diskutieren und sich austauschen oder kennenlernen, auch feiern. So viele Menschen waren bereit, sich als Vortragende und Moderierende, als Organisatoren und Helfende zu beteiligen. Allen möchte ich herzlich dafür danken.

Insbesondere die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe [1], denen ich ganz besonders danken möchte, haben mit ihrem außerordentlichen Engagement dafür gesorgt, dass wir eine spannende und attraktive Tagung zu einem vernachlässigten Thema der Psychoanalyse hätten erleben können.

Die Mitgliederversammlung und die Gremiensitzungen der DPG werden auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben. Er kann aufgrund der Ungewissheit der pandemischen Entwicklung zurzeit noch nicht festgelegt werden. Wir hoffen, im Mai hierzu mehr sagen zu können und werden entsprechend informieren.

Die bereits gezahlten Tagungsgebühren werden selbstverständlich erstattet. Allerdings kann dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich bitte um Verständnis.

Die Erleichterung über die Klärung, die eine Entscheidung mit sich bringt, wird so erst einmal überschattet von Bedauern, Enttäuschung und auch Traurigkeit über den Verlust dessen, was hätte sein können. Aber auch Ärger mischt sich ein, auch Impulse, sich durch das Virus nicht unterkriegen lassen zu wollen.

Generell sind wir momentan aufgerufen, Wege zu finden, uns und andere vor der Ausbreitung und Weitergabe des Corona-Virus zu schützen und uns zugleich nicht vollkommen sozial zu isolieren und emotional voneinander abzuschotten, sondern gleichwohl füreinander da zu sein.

Werden wir hierfür angesichts der notwendigen gesundheitspolitischen Restriktionen genügend gute praktikable Lösungen in der analytischen Beziehung mit unseren Analysanden und Patienten finden? Ich hoffe es sehr, auch wenn es darauf oft keine einfachen Antworten geben wird und wir auf unabsehbare Zeit mit wiederkehrender Verunsicherung und Ungewissheit werden leben müssen.

Wir alle brauchen deswegen den Rückhalt durch Kolleginnen und Kollegen, durch das eigene Institut und die regionale DPG-Arbeitsgruppe vor Ort sowie durch die DPG als Fachgesellschaft. Der Vorstand der DPG wird in diesem Sinne tun, was er tun kann und Sie weiter informieren.

"Das Virus ergreift uns, bevor es uns befällt", so der Psychoanalytiker Mario Erdheim. Sich ergreifen, aber sich nicht von ihm besetzen zulassen, für diese emotionale Haltung bedarf es des Zusammenhalts und der Toleranz für die Ängste, die die virale Bedrohung notwendiger Weise mit sich bringt.

In diesem Sinne grüße ich Sie alle herzlich - mit Sorge, aber auch mit Zuversicht.

Ihr

Klaus Grabska
Vorsitzender der DPG

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[1] Das sind: Christine Bäuchle, Jörg Glaeser, Sebastian Krutzenbichler, Dorothea Kuttenkeuler, Waltraud Nagell, Indra Ropinski-Jansen, Silke Schmidt, Hermann Schürmann, Hans Thomas Sprengeler, Katinka Vincent