Outreach

(Dienstag)

„Befriedigendes Leben?!“

20:00

 

Wir werden der Frage nachgehen, was allgemeine und individuelle Bedingungen und Hinderungen befriedigenden Lebens sein können, und wie sich die Perspektiven und Fragen in den Lebensphasen unterscheiden.

Im Gespräch sind diesmal:     

Teresa Grziwok, 21 Jahre alt (Studentin), Torsten Maul, 55 Jahre alt (Psychoanalytiker), Wulf-Volker Lindner, 78 Jahre alt (Theologe und Psychoanalytiker)

Über gutes, glückliches, gelingendes Leben wurde schon immer nachgedacht, insbesondere wenn es gerade nicht so war. Wir haben den Titel „Befriedigendes Leben?!“ gewählt, weil er Verschiedenes ausdrückt:

Zum Einen kommt es von: Jemanden oder etwas befriedigen – Forderungen, Verlangen, Wünsche erfüllen; ein dringendes Bedürfnis befriedigen. Es geht darum, dem Anspruch, der Forderung einer Person oder einer inneren Instanz Genüge zu tun. Zum Anderen hat das Adjektiv befriedigend, im Sinne von zufriedenstellend als Note im Zeugnis etwas Durchschnittliches. Wir hören ein „nur“ mit.

Der Titel „Befriedigendes Leben?!“ beschreibt gerade wegen seines Beigeschmacks ziemlich gut den Zustand, wenn man mit seinem Leben zufrieden ist und sich dabei nichts vormacht. Leben ist nicht nur reines Glück und Freiheit, sondern auch, wenn es befriedigend ist, immer eine Mischung von Zufriedenheit und nicht optimalen Zuständen/Konflikthaftem. Das psychoanalytische Konfliktverständnis begreift menschliches Seelenleben einerseits wertfrei als eine spannungsvolle strukturelle Beziehung zwischen Trieben, Instanzen und inneren Loyalitäten, und weiß andererseits um die kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen die Konflikte inhaltlich konkret und damit auch normativ füllen. 

Sowohl die individuelle als auch die gesellschaftliche Perspektive werden wir im Salon untersuchen und dazu noch die Perspektiven der unterschiedlichen Lebensphasen - die der junge Studentin, des niedergelassene Psychoanalytikers, des emeritierten Professors - es wird sich unterscheiden, was für sie jeweils die wichtigen Dinge sind und wie sie ihr Leben beurteilen.

Der Psychoanalytische Salon Hamburg, bei dem Psychoanalytiker, geladene Gäste und auch das Publikum zu aktuellen Themen der Zeit in ein förderliches Gespräch kommen wollen, findet seit November 2015 in loser Folge statt. Der Rahmen ist mit der Golem-Bar so gewählt, dass nicht nur Fachpublikum angesprochen ist, sondern auch die interessierte Allgemeinheit.
Es gibt einen solchen Raum öffentlichen Nachdenkens (mit psychoanalytischer Begleitung) bisher in der Form nicht und das Interesse ist überraschend groß. Auch die Veranstaltungen zu den Themen Krieg, Radikalisierung und Rache waren übervoll und wurden teilweise wiederholt.

Wir wären wir natürlich froh, wenn das Projekt wieder den Weg in die Presse finden würde. Sie sind herzlich eingeladen. Für weitere Fragen/Erläuterungen wenden Sie sich bitte an Torsten Maul
Tel.: 0151-14979608   eMail: torsten.maul@t-online.de

(Mittwoch)

Ernst-Wolfgang Wäsche: UNE JEUNESSE ALLEMANDE

20:30

UNE JEUNESSE ALLEMANDE – EINE DEUTSCHE JUGEND DOKUMENTARFILM/FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND 2015. REGIE: JEAN-GABRIEL PÉRIOT (FILM, VORTRAG UND DISKUSSION)

EINTRITT: 10 EURO, STUDENTEN UND WBT: 5 EURO

Die Bundesrepublik Deutschland von den Anfängen der Studentenbewegung bis zur RAF. Der Film beeindruckt in der Art und Weise, wie er sein Material sprechen lässt, ohne es auf eine bestimmte Deutung zu reduzieren. So entfaltet sich ein Spektrum von Idealismus und Gewalt, das dem Zuschauer die Irritation zumutet, sich in einem lebendigen Geschehen zu orientieren und dabei klare Kriterien zu seiner Beurteilung entbehren zu müssen.

Dipl. Psych. Ernst-Wolfgang Wäschle ist Psychoanalytiker (DPG), niedergelassen in eigener Praxis in Berlin, Ambulanzleiter und Dozent am IPB.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Über Schönheit und das Böse" statt. 

Eröffnen werden wir die Reihe mit einem Vortrag über Schönheit. Prof. Dieter Schnebel, Komponist, Musikwissenschaftler und Theologe, hat unsere Einladung angenommen, zu uns über diesen nicht unproblematischen, „schillernden” Begriff zu sprechen.Fortsetzen werden wir den Veranstaltungszyklus mit dem Thema „Das Böse”. Erschrocken, entsetzt, verstört reagierten wir in den letzten Monaten auf Bilder und Nachrichten von Grausamkeit und Zerstörungswut. Unter diesem Eindruck haben wir entschieden, uns im diesjährigen Programm mit dem Bösen zu beschäftigen. Wir möchten versuchen eine Vorstellung von der innerenund äußeren Welt zu erarbeiten, in der kalte Brutalität möglich ist. Es wird darum gehen, das Böse in uns selbst zu untersuchen und unsere Vorstellung vom „Bösen” zu begreifen.

(Mittwoch)

Hans-Jürgen Wirth: KOLLEKTIVES MORDEN

20:30

KOLLEKTIVES MORDEN – VERSUCH, DAS RADIKAL BÖSE ZU VERSTEHEN

EINTRITT: 10 EURO, STUDENTEN UND WBT: 5 EURO

Wie werden aus normalen jungen Männern Massenmörder? In der Genozid- Forschung stehen sich zwei Erklärungsansätze diametral gegenüber: Während der eine von Hanna Arendts Diktum der „Banalität des Bösen” ausgeht, führt der psychoanalytisch fundierte Ansatz die gleichen Handlungen auf den „bösartigen Narzissmus” (Otto Kernberg) zurück. Hans-Jürgen Wirth unternimmt den Versuch, beide Ansätze in einer sozialpsychologischen Theorie zu integrieren.

Prof. Dr. rer. soc. habil. Hans-Jürgen Wirth (DPV, DGPT) ist als Psychoanalytiker und psychoanalytischer Familientherapeut (BvPPF) in eigener Praxis in Gießen tätig. Er lehrt Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt a.M. und ist Gründer des Psychosozial-Verlages. Publikation: Narzissmus und Macht. Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik.

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Über Schönheit und das Böse" statt. 

Eröffnen werden wir die Reihe mit einem Vortrag über Schönheit. Prof. Dieter Schnebel, Komponist, Musikwissenschaftler und Theologe, hat unsere Einladung angenommen, zu uns über diesen nicht unproblematischen, „schillernden” Begriff zu sprechen.Fortsetzen werden wir den Veranstaltungszyklus mit dem Thema „Das Böse”. Erschrocken, entsetzt, verstört reagierten wir in den letzten Monaten auf Bilder und Nachrichten von Grausamkeit und Zerstörungswut. Unter diesem Eindruck haben wir entschieden, uns im diesjährigen Programm mit dem Bösen zu beschäftigen. Wir möchten versuchen eine Vorstellung von der innerenund äußeren Welt zu erarbeiten, in der kalte Brutalität möglich ist. Es wird darum gehen, das Böse in uns selbst zu untersuchen und unsere Vorstellung vom „Bösen” zu begreifen.